Das Project Management Institute hat die 14. Ausgabe der Salary Survey "Earning Power" veröffentlicht — basierend auf 14.628 Befragungen in 21 Ländern. Für IT-Freelancer im DACH-Raum liefert die Studie wertvolle Benchmarks, auch wenn sie primär Festanstellungen abbildet.
Die globalen Highlights
Die zentrale Erkenntnis: PMP-zertifizierte Projektmanager verdienen im Durchschnitt 17% mehr als ihre nicht-zertifizierten Kollegen — ein Muster das sich über alle 21 untersuchten Länder hinweg bestätigt. In den USA ist der Unterschied besonders drastisch: .000 vs. .157 — ein Gap von 24%.
Deutschland im internationalen Vergleich
Für den DACH-Raum ist besonders der Deutschland-Datenpunkt relevant:
Deutschland liegt mit .396 Median-Jahresgehalt (864 Befragte) im oberen Drittel — deutlich über Frankreich, nur knapp unter den USA. Umgerechnet in Euro (bei aktuellem Kurs ~1:1) entspricht das ca. €110.000/Jahr oder etwa €500/Tag bei 220 Arbeitstagen.
Für Freelancer bedeutet das: Ein Tagessatz von €900-1.100 für einen erfahrenen Projektmanager in Deutschland ist marktgerecht und liegt über dem Festanstellungs-Äquivalent — aber rechtfertigt sich durch die fehlende soziale Absicherung und Akquise-Zeiten.
Der PMP-Effekt auf das Einkommen
Die Studie zeigt eindeutig: Die PMP-Zertifizierung zahlt sich finanziell aus.
- 17% globaler PMP-Premium über alle 21 Länder
- 24% in den USA — der höchste gemessene Unterschied
- 86% der Befragten besitzen die PMP-Zertifizierung
- 60% melden einen Gehaltsanstieg im letzten Jahr (75% davon 1-10%)
- Längere PMP-Haltedauer korreliert mit höheren Gehältern
Was bedeutet das für DACH-Freelancer?
Die PMI Salary Survey erfasst primär Festanstellungen — Österreich und die Schweiz sind nicht separat erfasst. Trotzdem lassen sich wichtige Schlüsse für Freelancer ableiten:
- Benchmark für Tagessatz-Verhandlungen: Wenn ein festangestellter PM in Deutschland .396 verdient, muss ein Freelancer-Tagessatz die fehlenden Sozialleistungen (SV, Urlaub, Krankheit, Akquise-Lücken) kompensieren — ein Faktor von 1,5-2x ist marktüblich.
- PMP als Verhandlungsargument: 17% mehr Gehalt für PMP-Zertifizierte ist ein starkes Argument in der Tagessatz-Diskussion mit Kunden.
- 30 Millionen neue PM-Profis bis 2035: PMIs Global Project Management Talent Gap Report prognostiziert enormen Bedarf — Freelancer mit Zertifizierung sind besonders gefragt.
Methodik der Studie
Die Studie wurde von PeriscopeIQ durchgeführt — einem auf Marktforschung spezialisierten Beratungsunternehmen. 295.780 Einladungen wurden versandt, 14.628 verwertbare Antworten (5% Response Rate) in 7 Sprachen gesammelt. Wichtig: Die Ergebnisse zeigen Korrelation, nicht Kausalität. Unterschiede können auch durch Erfahrung, Seniorität und Branche beeinflusst sein.
Fazit
Die PMI Salary Survey 2025 bestätigt was viele Projektmanager intuitiv wissen: Zertifizierung zahlt sich aus, und die Nachfrage nach PM-Talent bleibt stark — trotz Inflation, KI-Disruption und wirtschaftlicher Unsicherheit. Für IT-Freelancer im DACH-Raum sind die Daten eine solide Grundlage für Tagessatz-Verhandlungen und Karriereplanung.
Quelle: PMI (2025). Earning Power: Project Management Salary Survey — Fourteenth Edition. Project Management Institute. Basierend auf 14.628 Befragungen in 21 Ländern.